Logopädie bei Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)

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Feb

Eine Legasthenie-Therapie ist keine Kassenleistung von Logopäden und deshalb auch im Heilmittelkatalog nicht aufgeführt. Jedoch kann eine Lese-Rechtschreibstörung eine Spätfolge einer Sprachentwicklungsstörung oder einer Aussprachestörung (phonetisch-phonologische Störung) sein. Ebenfalls kann sie im Rahmen einer auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung (AVWS) auftreten. In solchen Fällen ist es möglich eine logopädische Therapie von Ihrem Arzt verordnet zu bekommen.

Häufige sprachliche Auffälligkeiten, die mit einer LRS einhergehen können, sind:

  • Sprachentwicklungsverzögerungen (SEV) oder Sprachentwicklungsstörungen (SES)
  • Störungen der Artikulation
  • Eingeschränkter Wortschatz
  • Wortfindungsschwierigkeiten (Speicherung und/oder Abruf)
  • Eingeschränktes Sprachverständnis
  • Eingeschränkte auditive Wahrnehmungsleistungen (z. B. Differenzierung von Lauten)
  • Eingeschränkte phonologische Bewusstheit (z. B. Reime, Silben)
  • Probleme beim Erlernen von Texten ( z.B. Kinderlieder, Gedichte)

Bereits im Vorschulalter zeigen Kinder mit einer LRS überdurchschnittlich häufig Wahrnehmungsprobleme sowie Sprachentwicklungsauffälligkeiten. Eine logopädische Therapie kann schon sich schon vor Eintritt in die Schule positiv auf den Lese-Rechtschreiberwerb auswirken.

Der Rahmenplan für die Therapie wird individuell auf die Bedürfnisse Ihres Kindes abgestimmt. Mögliche Therapiebestandteile sind:

  • Förderung der auditiven Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
  • Förderung der Merkfähigkeit und Sequenzierung
  • Förderung der phonologischen Bewusstheit
  • Phonematische Differenzierung und Lautidentifikation
  • Analyse und Synthese von Sprachlauten
  • Einsatz visueller Hilfen (z.B. lautsprachbegleitende Gebärden)
  • Einsatz rhythmisch-motorischer Elemente
  • eigene Kontrolle der auditiven Informationsaufnahme (z.B. bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit)